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Abfallkalender 2013
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Zur Geschichte der Judas-Thaddäus-Kapelle auf dem Ohmen
Der Name des Berges "Ohmen" dürfte keltischen Ursprungs sein und bedeutet soviel wie Friedensberg.Die Verehrung des hl. Judas Thaddäus auf dieser ehemals heidnischen Kultstätte dürfte mit der Geschichte des Klosters eng verknüpft sein (12. Jahrhundert).
Im Jahre 1146 unternahm der hl. Bernhard von Clairvaux seine berühmte Reise in den Breisgau. Der hl. Bernhard war ein großer Verehrer des Apostels Judas Thaddäus. Sicher darf man annehmen, daß seitdem die Verehrung des hl. Judas Thaddäus auf dem Ohmen - wenn schon nicht ihren Ursprung - so doch eine weit größere Bedeutung gewonnen hat.Nachdem der zweite Gründer des Augustiner-Chorherren-Stiftes St. Märgen, Abt Andreas Dilger, am 16. September 1722 vom Prior der Kartäuser eine Judas Thaddäus Reliquie erhalten hatte, ließ er am 25. September 1726 eine Kapelle errichten. Diese Holzkapelle vermochte wohl kaum die zahlreichen Pilger aufzunehmen. So lesen wir im Tagebuch des Abtes am 9. Juli 1734: "Habe ich den ersten Stein gesetzt zu der Kapelle des hl. Judas Thaddäus, weiche zu Ehren der Jungfrau Maria -und des hl. Joseph, des Bräutigams der Jungfrau Maria, ebenso - zu Ihren aller hl. 'Engel, aller hl. Büßer und der 14 Nothelfer errichtet wird.
In das Fundament wurde eingelassen Reliquien unseres hl. Peter Forerii" - vgl. Figur am Hochaltar in der Wallfahrtskirche zu St. Märgen - "und die des hl. Judas Thaddäus."
Die Tagebucheintragung von Abt Peter Glunk vom 28. Oktober 1736 berichtet:
"habe ich die Kapelle des hl. Judas Thaddäus benediciert und aldorth die hl. Messe gelesen und zugleich ein Partikel vom hl. Judas Thaddäus exportiert, welches...... von einer Hand war, und mir solches Heylthum die Cartäuser verehrt haben." Schon bald mußte das schlechte Mauerwerk erneuert werden; am 15. September 1749 konsekrierte der Weihbischof von Konstanz Franz Karl Joseph Fugger die Kapelle.-Im Jahre 1964 mußten die Außenmauern von Grund auf erneuert werden; danach konsekrierte der Weihbischof Karl Gnädinger am 21. September 1968 anläßlich der 850-Jahrfeier des Klosters den Hochaltar und fügte gleichzeitig eine Reliquie des hl. Judas Thaddäus ein, welche Papst Johannes XXIII. durch Vermittlung des Generalsuperior P. Bonaventura Schweizer aus Ebnet bei Freiburg dieser alt-ehrwürdigen Kapelle schenkte.
Führung durch das Innere der Kapelle
Der Hochaltar ist dem hl. Judas Thaddäus und den Engeln geweiht und zeigt im unteren Teil des Altarbildes den Märtyrertod des hl. Judas Thaddäus - darüber die Verklärung des Apostels. Es ist eine der besten Darstellungen des großen Fürsprechers. Leider ist der Künstler der drei Altarbilder unbekannt. An den beiden Seiten stehen die Figuren des hl. Petrus mit dem Kreuz nach unten und des hl. Andreas mit dem Andreaskreuz *). Beide Figuren erinnern daran, daß die beiden Äbte Andreas Dilger und Peter Glunk der Kapelle ihre heutige Form gegeben und die Jahrhunderte alte Verehrung des hl. Judas Thaddäus, Meder neu belebt haben. Gekrönt wurde der Altar von der Figur des hl. Erzengels Michael).Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Wendelin geweiht und ist der Altar der Büßer. Auf dem Altarbild erkennen wir unten die Büßerinnen Magdalena und die hl. Thais eine Frau tröstend. Die hl. Thais ist eine ägyptische Büßerin aus dem 14. Jahrhundert. Weder erkennen wir König David mit der Harfe. In der Mitte des Bildes ist Petrus dargestellt, seine Schuld bekennend und hinweisend auf seine Briefe und die ihm verliehene Schlüsselgewalt. Darüber erkennen wir den hl. Augustinus mit dem Herzen in der Hand. Die Krönung des Altars bildete die Figur des hl. Wendelin); an den Seiten standen die Figuren der hl. Magdalena und der hl. Katharina), letztere wurde leider gestohlen, ebenso die von Mathias Faller geschaffenen Kreuzwegstationen auf der Allee zu Kapelle.
Der linke Seitenaltar ist dem hl. Abt Magnus von Füssen und den 14 Nothelfern geweiht- Es sind dies Heilige, welche vom gläubigen Volk in Not und Bedrängnis besonders vertrauensvoll angerufen wurden (z. B. in den Pestjahren des 14. Jahrhunderts); dazu zählen die Märtyrer Achatius, Barbara, Blasius, Christophorus, Cyriakus, Dionysius, Erasmus, Eustachius, Georg, Katharina, Margaretha, Pantaleon, Vitus und der einzige Nichtmärtyrer Ägidius. Oft ist der eine oder andere durch einen am Ort besonders verehrten Heiligen ersetzt oder dieser als 15. Nothelfer beigefügt, wie etwa die hl. Leonhard, Oswald, Rochus und Wolfgang. Oft bildet die Mitte der Nothelfer die Gottesmutter.
Die Krönung des Altares bildete die Figur des hl. Magnus von Füssen). An den Seiten standen die Figuren des hl. Aloysius und des hl. Johannes Nepomuk).
Die Deckengemälde zeigen in der Mitte den Sturz Satans durch Michael, die Verkündigungsszene und Schutzengel. Diese Bilder erinnern daran, daß diese Kapelle als Nebenpatrone die Engel hat.


